16. Juni 2026
Neue ISTA Forscherin gewinnt Zero Emissions Award 2026
Lavinia Saltarelli erhält 385.000 Euro für klimarelevante Grundlagenforschung
Österreichs höchstdotierte privat gestiftete Förderung für klimarelevante Grundlagenforschung geht in die dritte Runde. Unter den beiden von der alpha+ Stiftung des Wissenschaftsfonds FWF ausgezeichneten Wissenschafter:innen ist auch Chemikerin Lavinia Saltarelli, die ab Juli in der Freunberger Gruppe am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg forschen wird. Sie erhält einen Zero Emissions Award in Höhe von 384.705 Euro für ihre Forschung zu chemischen Reaktionsmechanismen in Lithium-Schwefel-Batterien. Mit dieser Forschung schafft sie die Grundlage für effizientere Energiespeicher. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Austrian Science Awards am 24. Juni 2026 statt.

Mit den Zero Emissions Awards fördert die alpha+ Stiftung jährlich herausragende Projekte der Grundlagenforschung, die neue Perspektiven für eine klimaneutrale Zukunft eröffnen. Ausgezeichnet werden Forschungsvorhaben, die wissenschaftliche Exzellenz mit technologischer Innovationskraft verbinden und deren Erkenntnisse langfristig einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz leisten können.
Nun stehen die geförderten Projekte der dritten Vergaberunde fest: Der Energieforscher Emmanuel Oluwasogo von der Fachhochschule Kärnten erhält rund 381.200 Euro für die Entwicklung effizienterer Technologien zur Integration erneuerbarer Energien ins Stromnetz. Und Chemikerin Lavinia Saltarelli, die ab Juli 2026 am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) forschen wird, erhält eine Förderung in der Höhe von rund 385.000 Euro für die Erforschung nachhaltiger Batterietechnologien. Die beiden Förderungen basieren auf einer Spende des US-Unternehmers Patrick S. Dumont an die alpha+ Stiftung des Wissenschaftsfonds FWF.
Nachhaltige Batterien für die Energieversorgung von morgen
Um erneuerbare Energien wie Sonnen- und Windkraft besser nutzen zu können, werden leistungsfähige und nachhaltige Energiespeicher benötigt. Die heutigen Lithium-Ionen-Batterien sind jedoch auf Materialien angewiesen, die selten und teuer sind und oft unter problematischen Bedingungen gewonnen werden. Lithium-Schwefel-Batterien bieten eine vielversprechende Alternative: Sie speichern mehr Energie und nutzen Schwefel, einen Stoff, der kostengünstig und weitverbreitet ist.
Obwohl die Technologie grundsätzlich bekannt ist, sind die chemischen Prozesse im Inneren von Lithium-Schwefel-Batterien noch nicht vollständig verstanden. Insbesondere ist bislang unklar, welche Zwischenverbindungen während des Lade- und Entladevorgangs entstehen, wie sie sich verändern und welchen Einfluss sie auf die Leistungsfähigkeit der Batterie haben. Die Forschungsarbeit von Lavinia Saltarelli setzt genau an dieser Wissenslücke an.
Mithilfe modernster Mikroskopie- und Datenanalysemethoden werden die chemischen Reaktionen in Lithium-Schwefel-Batterien erstmals in Echtzeit untersucht. Ziel ist es, präzise nachzuvollziehen, wann bestimmte Verbindungen entstehen und wie sie sich während des Betriebs verändern. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, effizientere Batterien zu entwickeln, die mit weniger inaktiven Materialien auskommen. Langfristig könnten Lithium-Schwefel-Batterien dadurch langlebiger und besser geeignet für den praktischen Einsatz werden.
„Die Ergebnisse dieses Projekts sollen zu kostengünstigeren, sichereren und langlebigeren Lithium-Schwefel-Batterien führen, die die heutige Lithium-Ionen-Technologie übertreffen und durch umweltfreundlichere Energiespeichersysteme den Weg zum Ziel der Emissionsfreiheit beschleunigen könnten“, erklärt die Italienerin Lavinia Saltarelli, die nach einem Postdoc an der Aalto University in Finnland am 1. Juli ihre Forschungsarbeit am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) im niederösterreichischen Klosterneuburg aufnehmen wird. Sie wird sich dort als Postdoc der Forschungsgruppe von Professor Stefan Freunberger anschließen, in der auch der Vorjahresgewinner des Zero Emissions Award, Rajesh B. Jethwa, forscht.

Ein Blick in die Zukunft und zum Zero Emissions Award 2027: Forschende von Universitäten und außeruniversitären Forschungsstätten können bereits jetzt und laufend klimarelevante Projekte einreichen.